Kommt Boxen wieder aus der Nische? | SPONSORs

Hat der Boxsport in Deutschland an der Durchschlagskraft der 1990er-Jahre verloren? Nach der Klitschko-Ära fehlen die ganz großen Idole, die Einschaltquoten sind längst nicht mehr auf dem Niveau der Kämpfe von Henry Maske & Co. und Sponsoringinvestitionen sinken.

Im Branchenmagazin SPONSORs spricht Stephan Schröder, Geschäftsführer von Nielsen Sports, über die zukünftige Entwicklung des Boxsports in Deutschland.

Boxen ist ein schlafender Riese in Deutschland, der auch schnell wiedererweckt werden kann“, sieht Stephan Schröder das Boxpotenzial noch lange nicht auf dem Ringboden.

Die Marktforschungszahlen von Nielsen Sports belegen zwar ein gesunkenes Interesse an Boxen in den vergangenen vier Jahren von 41 auf 30 Prozent. Aber mit diesem Wert liegt Deutschland noch immer vor dem englischen Markt, der laut SPONSORs-Artikel in der Box-Szene als „wichtigster Boxmarkt der Welt“ bezeichnet wird.

 

Interesse am Boxen – Deutschland

Mai 2017: 30%
November 2016: 33%
Mai 2016: 34%
November 2015: 39%
Mai 2015: 39%
November 2014: 38%
Mai 2014: 42%
November 2013: 38%

Selbst die gesunkenen TV-Reichweiten bewertet Schröder nicht unbedingt negativ: „Die TV-Quoten für eher unterdurchschnittliche Kämpfe waren in den vergangenen Jahren noch immer ziemlich hoch.“

Einzelne Kämpfe wie etwa das Duell zwischen Arthur Abraham und Robert Stieglitz erreichten über 3,5 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 20,3 Prozent. Auch Kämpfe ohne deutsche Beteiligung wie Anthony Joshua gegen Carlos Takam erreichten über 2,7 Millionen Zuschauer auf RTL.

Interesse an Boxen – Großbritannien

Mai 2017: 27%
November 2016: 26%
Mai 2016: 28%
November 2015: 29%
Mai 2015: 27%
November 2014: 28%
Mai 2014: 30%
November 2013: 27%

Quelle: Nielsen Sports SDNA. Je 1000 repräsentativ Befragte pro Land zwischen 16 und 69 Jahren. Top-2-Box „sehr interessiert“ + „interessiert“. Angaben in Prozent.

Braucht der Boxsport in Deutschland also neue Stars, um wieder mehr TV-Zuschauer anzulocken? Nielsen-Sports-Experte Schröder glaubt an einen Umschwung: „Es muss ja nicht direkt ein Klitschko oder Maske sein. Um den Turnaround zu schaffen, würde schon ein neuer Felix Sturm reichen.“

INFO

Der Artikel erschien bei SPONSORs.de (Pre & More, veröffentlicht am 22. November 2017).