Live Music Sponsorship

Entwicklungen und Trends im weltweiten Musiksponsoring

Welche Trends es im Musiksponsoring gibt und warum ein Engagement in dieser Branche so werthaltig für Unternehmen sein kann, erläutert Lars-Oliver Vogt, Geschäftsführer der Hamburger Agentur The Sponsor People.

Experteninterview mit Lars-Oliver Vogt

Der Live Music Sponsorship Report wird seit 2010 von Nielsen Sports und The Sponsor People gemeinsam durchgeführt – in diesem Jahr erstmalig weltweit. Worin lag der Reiz, auch Know-how in anderen Märkten aufzubauen?
Zunächst einmal sind wir sehr dankbar, dass wir mit Repucom einen langjährigen Partner haben, der eine weltweite Studie dieser Art überhaupt erst möglich gemacht hat. Wir haben die Studie bisher auf nationaler Ebene gemeinsam finanziert, aber eine weltweite Studie bedeutet natürlich ein Vielfaches an Kosten.

Wir wollten aber im fünften Jahr unbedingt das globale Know-how aus den wichtigsten Märkten bündeln, denn Musiksponsoring ist noch in der Entwicklung und wie wir jetzt wissen, entwickeln sich die Märkte sehr unterschiedlich. Wir wussten bereits, dass der Anteil von Musiksponsoring in den USA schon viel höher ist als in Europa. Hier fließen immer noch über 90 Prozent der Sponsoringinvestments in den Sportbereich.

Insbesondere in jüngeren Zielgruppen bleibt Musik aber das Top-Interesse – weit vor Sport oder Mode. Und das sowohl bei weiblichen wie männlichen Jugendlichen und eben auch nicht nur in Deutschland, sondern nahezu auf der ganzen Welt.

„Die meisten 14- bis 34-Jährigen interessieren sich für Musik – noch vor Sport!“

Warum macht Sponsoring nur einen geringen Anteil an den Einnahmen der Musikbranche aus?

Ich denke es liegt vor allem daran, dass die Musikindustrie das Sponsoring als ernstzunehmenden Revenue Stream erst sehr spät entdeckt hat. Ich habe Mitte der 1990er Jahre begonnen, die ersten Partnerschaften für unser Topevent „Rock am Ring“ zu etablieren und sehr schnell festgestellt, dass in den meisten Unternehmen kaum Wissen darüber existiert, wie man sich im Musikumfeld positionieren könnte.

Am Anfang gab es sogar richtige Berührungsängste, weil Rock’n’Roll auch immer etwas wild sein kann. Ich denke, diese Ängste haben unsere langjährigen Partner komplett verloren. Unsere Topkunden engagieren sich bereits seit zehn, fünfzehn Jahren kontinuierlich im Musikbereich – das würden sie nicht machen, wenn das Engagement erfolglos und die Partner unberechenbar wären.

„Spitzenevents müssen kontinuierlich aufgebaut werden“

Natürlich liegt es auch daran, dass es deutlich weniger reichweitenstarke Plattformen im Musikbusiness gibt als im Sport. Fußball, Olympia, Formel 1 – das sind alles mächtige Plattformen, die global funktionieren. Die Anzahl der Musikstars, die große Stadien füllen können, ist dagegen sehr überschaubar. Bei den Events und vor allem Festivals sind es die Traditionsmarken wie Rock am Ring, Glastonbury oder Lollapalooza, die die größten Reichweiten erzielen und der Markt ist nicht beliebig skalierter – solche Spitzenevents werden nicht über Nacht geboren, sondern müssen über Jahre und Jahrzehnte kontinuierlich aufgebaut werden.

Welche Erkenntnisse liefert der diesjährige Live Music Sponsoring Report?
Für die Einsteiger in Musiksponsoring vor allem die Basics: Was sind die wichtigsten Plattformen im Musikbereich weltweit? Wer sind die erfolgreichsten Sponsoren? Wie wird man ein erfolgreicher Sponsor im Musikbereich und welche Regeln muss man beachten?

Die Mechaniken aus dem Sportbereich sind nicht eins zu eins adaptierbar, da das Basismodell „Business Seat + Bande“ in der Musik nie funktioniert hätte. Marken müssen verstehen, wie der Musikfan tickt und wie man die Touchpoints über einen längeren Kampagnenzeitraum für sich nutzen kann um eine Geschichte zu erzählen.

„Marken müssen die Touchpoints über einen längeren Kampagnenzeitraum nutzen“

Musik lockt auch nicht als einzelnes TV-Event Millionen Menschen vor den Bildschirm, aber die kumulierten Reichweiten sind trotzdem nicht zu unterschätzen – nur eben kleinteiliger, über verschiedene Kanäle und einen längeren Zeitraum. Wer als Marke in diesem Umfeld erfolgreich sein will, muss verstehen, wie die Möglichkeiten optimal genutzt werden können.

Auch für Experten lohnt sich der Blick über den Tellerrand. Es war auch für uns sehr interessant zu sehen, wie manche Unternehmen in anderen Märkten den Musikbereich bereits für sich vereinnahmt haben – z.B. Banken, die sich in Deutschland bisher nicht wirklich an das Thema heran trauen.


Lesen Sie hier das komplette Interview mit Lars-Oliver Vogt.

Zusätzlich zum zweiten Interviewteil bieten wir Ihnen  kostenfrei die Vollversion des Live Music Sponsorship Reports 2015 an. Der Bericht analysiert die sechs wichtigsten Musikmärkte weltweit und dient Unternehmen als hilfreiches Werkzeug, um ihre Sponsoringstrategie mit aussagekräftigen Zahlen planen zu können.

Kostenloser Download

Füllen Sie dieses Formular aus und erhalten Sie den 24-seitigen Report per Email. Kontaktieren Sie uns bei Fragen unter contactsports@nielsen.com.

Live Music Sponsorship Report - Vorschau

ÜBER LARS-OLIVER VOGT | THE SPONSOR PEOPLE

Sponsor People - Lars Oliver VogtLars-Oliver Vogt begann seine Karriere im Musikbusiness bereits 1987. Nach Tätigkeiten als Agent, Promoter und Festival Booker bei der Konzertagentur Marek Lieberberg und als Label Manager bei Sony Music startete er 1999 in die Selbständigkeit.

The Sponsor People füllte die Lücke einer fehlenden professionellen Marketing- und Rechteagentur im Musikbereich. Heute berät die Agentur die Top-3-Promoter und Top-15-Musikevents in Deutschland. Im Jahr 2007 startete die Tochtergesellschaft Nice Productions, die sich um die Vermarktung von kombinierten Action-Sports- und Musikevents (z. B. Telekom Extreme Playgrounds, Nitro Circus, Master of Dirt) kümmert.