In den USA angekommen: FC Bayern München

PKupferDer FC Bayern München hat den Schritt über den großen Teich gewagt und vor Kurzem ein Büro in New York eröffnet. Repucom-Experte Philipp Kupfer erklärt im Interview mit dem Handelsblatt, welches Neuland der Verein beschreitet und welche Potenziale sich ihm gleichermaßen bieten.

Herr Kupfer, beschreitet der FC Bayern mit dem Auslandsbüro in New York Neuland für Bundesliga-Vereine?

In dieser Dimension leistet Bayern München derzeit Pionierarbeit. Natürlich versuchen Vereine immer wieder, mit Freundschaftsspielen im Ausland neue Märkte zu erschließen. So ein Testspiel ist ein erster Impuls, der verlängert werden muss. Aber dass diese Reise nun auch mit einer Büroeröffnung in den USA einhergeht, sorgt für eine größere Nachhaltigkeit bei der Markenentwicklung. Andere Ligen, zum Beispiel die englische Premier League, sind da allerdings schon weiter.

Der Premier-League-Verein Manchester United hat in Michigan vor einer US-Rekordkulisse von 109.000 Zuschauern gegen Real Madrid gespielt. Das sind tatsächlich schon andere Dimensionen, oder?

Gerade Manchester United ist natürlich schon etwas länger auf dem US-Markt aktiv – und ein Spiel zweier europäischen Top-Mannschaften ist einfach etwas attraktiver als ein Testspiel von Bayern München gegen eine Auswahl der amerikanischen Fußball-Liga. Dennoch denke, ich, dass die Bayern einen charmanten Zeitpunkt für die US-Reise gewählt haben. Sie können jetzt mit dem Rückenwind der WM-Euphorie auf einen Markt vorstoßen, den sie vorab als klaren Zielmarkt definiert haben.

Aber liegt das ganz große Geld nicht eher in den arabischen Staaten?

Wenn es um das reine Geld geht, sind natürlich superreiche Einzelpersonen in der arabischen Welt für die Vereine interessant. In den USA geht es aber um mehr. Sie sind so etwas wie die Liebe auf den zweiten Blick: Lange Zeit konnte hier der Fußball nicht mit den großen Sportarten American Football, Basketball oder Baseball mithalten. Fußball hat ein riesiges Potenzial: Immer mehr Amerikaner, an High Schools und Colleges, kicken mittlerweile selbst. Ihr Interesse an der Sportart wächst und sie suchen nach Idolen und Lieblingsmannschaften. Deswegen ist die Zielsetzung von Bayern München sehr gut. Sie treffen in den USA außerdem auf einen extrem gut entwickelten Sportmarketing-Markt. Die Strukturen sind da, der Markt ist – auch für die Sponsorenwerbung – schon viel stärker professionalisiert als in anderen Teilen der Welt.

Das vollständige Interview können Sie auf der Webseite des Handelsblatt nachlesen.