Philipp Kupfer über den Einstieg von Allianz beim FC Bayern München

Mit einem Investment von 110 Millionen Euro und damit einem Anteil von mehr als acht Prozent steigt der Versicher Allianz beim FC Bayern München ein. Somit liegen die Namensrechte der Allianzarena bis 2041 bei der Allianz.

Philipp Kupfer, Fußball- Experte von Repucom:

Der Einstieg der Allianz beim FC Bayern – in der Fußball- und Wirtschaftswelt ein viel beachteter Schritt. In der tz-Experten-Kolumne nimmt ein Experte aus dem Bereich Sportsponsoring Stellung.

Der FC Bayern und die Allianz AG vertiefen ihre strategische Partnerschaft, der Versicherer wird wie Audi und Adidas Anteilseigner bei den Roten – ein aus meiner Sicht für beide Seiten mehr als nachvollziehbarer Schritt. Der Verein holt sich einen langjährigen Partner ins Boot, ein Unternehmen, das ebenso wie der Klub tief in München verwurzelt ist. Man weiß, was man aneinander hat. Außerdem haben die Verantwortlichen direkt klargestellt, dass es der letzte Schritt dieser Art ist. Nach Adidas und Audi komplettiert die Allianz die Reihe der Anteilseigner, mehr wird es nicht geben. Darüber hinaus haben Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß deutlich gemacht, was mit den erlösten 110 Millionen Euro passieren soll: Es werden keine teuren Stars geholt, das Geld fließt in die Arena bzw. das neue Nachwuchszentrum. Dieses Vorhaben wiederum ist für mich einer der Hauptgründe, warum die Allianz eine derart große Investition überhaupt tätigt. Schließlich geht es hier in erster Linie um Nachhaltigkeit und natürlich auch um einen Werbeeffekt.

Doch was ist außer der totalen Verbundenheit zum Klub noch ausschlaggebend gewesen für die Allianz, Anteilseigner zu werden? Aus meiner Sicht geht es hier um eine noch stärkere Präsenz auf dem internationalen Markt. Schließlich hat sich der FC Bayern als Weltmarke etabliert, die Strahlkraft ist enorm. Das will die Allianz für sich nutzen – und es scheint wie ein logischer, nächster Schritt. In Deutschland ist beispielsweise der Name Allianz Arena das mit Abstand bekannteste Namensrecht. Das liegt unter anderem daran, dass der Name Allianz vom Tag der Eröffnung an auf der Außenhaut des Stadions prangt. National ist die Beziehung zwischen Verein und Versicherer also sehr vielen Menschen ein Begriff. Mit der Entscheidung, Anteile an der FC Bayern AG zu kaufen, stellt man sich auch international noch einmal besser auf und gibt ein klares Bekenntnis.

Hier geht es zur Kolumne von Philipp Kupfer in der TZ.