Der Behindertensport hat seine Nische gefunden

Trotz deutlich weniger Fernsehzuschauern in Deutschland bei der Eröffnungsfeier als noch bei den Olympischen Winterspielen etabliert sich der Berhindertensport langsam und hat seine Nische gefunden.

Nicht nur bei den Einschaltquoten auch bei der Vermarktung stehen die Paralympischen Spiele hinten an. Während die 10 Top-Sponsoren des IOC von 2012 bis 2016 über eine Milliarde US-Dollar zahlen, bekam der IPC beispielsweise 2010 in Vancouver nur vier Millionen US-Dollar, in Sochi dürfte dieser Betrag etwas höher ausfallen.

BinocularsBehindertensport mit deutlich gestiegener Wertschöpfung

In Sachen Wertschöpfung haben die Paralympics ihre Nische gefunden, sagt Ulrich Lacher vom Beratungsunternehmen Repucom:

„Weil sie halt eine einzigartige Konstellation bietet aus Spitzensport, Top-Athleten mit einer besonderen Story, die sich eigentlich sehr attraktiv erzählen lässt und damit für Sponsoren eine durchaus relevante Plattform bieten kann. Und die TV-Zahlen sind so, dass sie die letzten Jahre sehr, sehr gut waren und mittlerweile den Vergleich zu anderen Großevents nicht zu scheuen braucht.“

„Der Behindertensport hat große Fortschritte gemacht. Die Paralympics haben sich vor einigen Jahren umorientiert und den Fokus auf den Sport und die Leistung der Athleten gelegt. Und das hat den paralympischen Sport noch interessanter gemacht und deswegen auch das große internationale Echo.“

Vorbild Großbritannien

Ein Vorbild ist unter anderem Großbritannien. London 2012 war ein Erfolg, dank mutiger Unterstützung durch das Fernsehen. Uli Lacher:

„Da ist Channel 4 in UK ein gutes Beispiel. Die halt mit ihrer innovativen Kampagne für 2012 auch die Reichweiten in London nach oben getrieben haben. Zwar nicht nur im TV sondern wirklich vor Ort, weil, die hatten ja eine Auslastung vor Ort, die deutlich über 90 Prozent lag.“

Auch Brasilien gilt mittlerweile als Hochburg des Behindertensports. So überträgt Globo 35 Stunden aus Sotschi, deutlich mehr als Deutschland mit 21 Stunden. Dabei starten nur zwei Brasilianer ohne Medaillenchancen, im Vergleich zu 13 Deutschen mit Ambitionen auf Edelmetall. Und Rio garantiert dem IPC für die Sommer-Paralympics zwölf Millionen US-Dollar. Uli Lacher beschreibt Brasiliens Trümpfe:

„Die haben absolute Starathleten wie den Oliviera, der Oscar Pistorius in London geschlagen hat, extrem populär, sehr, sehr marketinggesteuertes NPC. Und auch die haben sehr, sehr gute Sponsorenverträge abgeschlossen, haben sehr, sehr gute TV-Verträge abgeschlossen.“

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