Digitalisierung in der Bundesliga mit SAP

In einem Beitrag von „The Wall Street Journal“ wird deutlich wie wichtig SAP für den modernen Fußball in Deutschland werden kann. Der Sofwarekonzern SAP, seines Zeichens DFB-Premiumpartner, läutet mit Management-Dashboards, Big-Data-Analysen, und Einsatz von Google Glas langsam aber sicher ein digitales Zeitalter der Bundesliga ein.

Andreas Ullmann gibt in dem Artikel von Thomas Mersch und Stefan Merx seine Einschätzung zu dem Engagement von IT-Riesen und dem Wandel von klassischer Vereinsführung.

 

Repucom Fußball

„Vereinsführung ist heute Customer Relationship Management.“ Andreas Ullmann

Immer mehr Stränge laufen zusammen
„Angesichts der wachsenden Bedeutung und der zunehmenden Professionalisierung des Sports interessieren sich jetzt auch verstärkt die IT-Riesen für das Themenfeld“, sagt Andreas Ullmann, Experte der Sponsoringberatung Repucom. Bislang seien hier eher mittelständische Provider unterwegs gewesen. In etlichen Klubs herrscht im Backoffice Nachholbedarf. Unternehmen wie SAP, Oracle und auch Microsoft winkt Geschäft.

Anders als bei klassischen Sponsoringverträgen geht es den IT-Schwergewichten nicht nur um Werbewirkung: „Sie treten als Provider und Lösungsanbieter für Klubs, Teams, Verbände und Stadionbetreiber auf“, sagt Ullmann.

Der Einsatz ist hoch: Microsoft steckt global nach Repucom-Einschätzung 80 bis 90 Millionen Euro in das Sportsponsoring, SAP rund 45 bis 55 Millionen und US-Konkurrent Oracle etwa 30 bis 40 Millionen. Während Oracle einen Großteil der Summe in den Segelsport investiert, auch zum Pläsier des segelverrückten Gründers Larry Ellison, zeigt sich Microsoft vor allem im US-Sportmarkt und bewirbt auch konkrete Endkundenprodukte wie die Xbox. SAP präsentiert sich mit einer großen Bandbreite von Ländern und Sportarten – mit Fußball zielt man aufs Massengeschäft.

Mehr Kontrolle, individuellere Ansprache

Die im Hintergrund arbeitende Datenbanktechnologie beschleunige alle Prozesse, etwa die Segmentierung von Kundendaten. Da das Ticketsystem jetzt als Inhouse-Lösung betrieben wird, könne der DFB auf diesem Gebiet erstmals Kundendaten gewinnen und speichern – der Rohstoff für intelligente Marketingkampagnen, bei denen auch Sponsoren einbezogen werden sollen.

Gerade die Kundenbindung, im Fußball neuerdings mit dem Schlagwort „Fan-Experience“ umschrieben, gilt als Zukunftsfeld mit großem Erlöspotenzial. „Es geht darum, die Vermarktungsprozesse zu optimieren und die Fans als Kunden individuell anzusprechen“, sagt Repucom-Experte Ullmann. Die Klubs, Verbände und auch Motorsportteams sind darauf bedacht, ihre Fans genauer kennenzulernen. Sie nutzen dabei auch deren Profile und Präferenzen, die die Anhänger in sozialen Medien wie Facebook bereitwillig preisgeben.

„Früher war man anonym, wenn man ein Ticket kaufte oder ein Bier im Stadion“, sagt Ullmann. „Heute werden alle Konsumstränge des einzelnen Eventbesuchers datentechnisch miteinander verbunden – bis hin zur Benutzung von eigens kreierten Stadion-Apps.“ In Leverkusen, München und neuerdings auch Sinsheim sind die Arenen bereits mit W-Lan für solche Zwecke nachgerüstet worden. „Events und deren Erlöspotenzial werden von den Klubs ganz anders begriffen – Vereinsführung ist heute Customer Relationship Management.“

Lesen Sie den kompletten Artikel von Thomas Mersch und Stefan Merx auf The Wall Street Journal.