Asien-Tour 2017 des FC Bayern München aus Vermarktungssicht | tz München

Unter dem Motto „Visiting Friends“ geht es für den deutschen Fußball-Rekordmeister FC Bayern München im Sommer 2017 nach China und Singapur. Für den FCB ist es nach 2012 und 2015 der dritte Ausflug nach Asien. Innerhalb der knapp zweiwöchigen Vorbereitung testen die Bayern gegen renommierte Vereine wie den FC Chelsea oder den AC Mailand. Neben sportlichen Aspekten ist die Asien-Tour jedoch auch ein wichtiger Bestandteil der internationalen Vermarktungsstrategie des deutschen Rekordmeisters.

Nielsen-Sports-Geschäftsführer Dr. Jan Lehmann betrachtet für die tz München die Asien-Tour des FC Bayern München aus Vermarktungssicht. Dabei geht Lehmann auf die Bedeutung des asiatischen und speziell des chinesischen Marktes für den FCB ein und erläutert dessen Strategie zum Aufbau einer internationalen Marke:


„Im Rahmen der Internationalisierungsstrategie ist es für den FC Bayern München von hoher Bedeutung, die Präsenz im asiatischen Markt langfristig auszubauen. Bereits 2012 veranstaltete der Club dort eine Tour. Die hohe Bevölkerungszahl, gepaart mit der enormen Begeisterungsfähigkeit der asiatischen Fußballfans für die europäischen Topligen und -clubs, macht ein Engagement aus Vermarktungssicht spannend. Nicht nur, aber vor allem in China ist es für den Verein aufgrund des steigenden Fußballinteresses sehr wichtig, Fans zu gewinnen und langfristig an sich zu binden. Eine Weltmarke wie der FC Bayern muss sich hier im Wettbewerb um internationale Anhänger mit anderen Spitzenteams wie Real Madrid oder Manchester United messen.

Internationale Reichweite – so wichtig wie die Präsenz im Heimatmarkt

Eine Asien-Tour, begleitet von einem strategisch starken Partner wie Audi, verstärkt zudem den weltweiten Markenausbau des FC Bayern. Andererseits profitieren auch die Sponsoren von einer starken Clubmarke. Für die Sponsoren des Vereins hat eine internationale Reichweite mittlerweile eine ebenso große Relevanz wie eine nationale Sichtbarkeit in den Medien. Die Sponsorensichtbarkeit kann der FC Bayern beispielsweise über seine vereinseigenen Medienkanäle erweitern. Die Einbindung von Sponsoren bei der Präsentation von exklusivem und attraktivem Content über Social-Media-Netzwerke bringt Club und werbenden Marken neben dem messbaren monetären Erfolg die Möglichkeit, direkt mit den Fans des Vereins als potenziellen Konsumenten in den Dialog zu treten. Eine direkte Vor-Ort-Präsenz verstärkt daher alle Maßnahmen, um noch näher am Fan zu sein.“


Die Kolumne erschien in der tz München (Ausgabe vom 15. März 2017, S. 31). / Erscheinung mit freundlicher Genehmigung der tz München.