Das globale Publikum des Masters | Golf Insights

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Michael Tange RepucomDie Übertragung des Masters durch den Veranstalter Augusta National und die Partner CBS & ESPN bietet jährlich beste sportliche Unterhaltung im Live- Format. Der Erfolg von Live-Sportübertragungen wird dabei auch in digitaler Zukunft von der besten verfügbaren Rezeptionsplattform bestimmt. Der Golfsport bildet da keine Ausnahme.

Augusta National und der Partner IBM haben es geschafft, durch die Internetseite Masters.com die Reichweite und das Engagement rund um das Event erfolgreich zu erweitern. Betrachtet man die Onlinezahlen während der ersten beiden Runden, ist die häufigste verfügbare Rezeptionsplattform für viele Fans der eigene Computer oder ein mobiles Endgerät. Die digitalen Erfolge des Masters haben in den letzten Jahren Ausmaße angenommen, die mit nichts zu vergleichen sind.

Über das Wochenende wird die digitale Präsenz erweitert, indem Zuschauern Zugang zu Live- Inhalten ermöglicht wird, bevor CBS diese überträgt. Begleitend und ergänzend zur Fernsehübertragung können Zuschauer speziellen Abschnitten des Kurses folgen – und das weltweit. Dies erfordert die Bereitstellung von Inhalten über einen 24 Stundenzeitraum.

Aus Sicht der Forschung beziehen Masters-Fans Sportinformationen in signifikant höherem Maße als durchschnittliche Sportfans über mobile Geräte, digitale Medien und soziale Netzwerke. Dieser Trend ist in allen 33 Märkten, die Repucom jährlich durch Umfragen abdeckt, beständig. Das hängt eng mit der Einkommensstärke der Zielgruppe zu tun. Die technische Ausrüstung bildet die Zugangsvoraussetzung des Informationssuchenden, um dem Masters auf diesem Wege folgen zu können. Doch damit bestätigt sich zugleich auch die Richtigkeit der Strategie von Augusta National, über einen „zweiten Screen“ neben dem Fernsehen mit den Fans zu interagieren und digitale und mobile Geräte voll zu integrieren.

Sowohl beim Onlinekonsum als auch bei der Fernsehübertragung stellen die USA den dominierenden Markt dar. Auf den internationalen Märkten wird das Zuschauerinteresse vom generellen nationalen Interesse am Golfsport beeinflusst. Auch die Zeit der Übertragung und die Art der Ausstrahlung über ein Antennen- oder Kabelnetzwerk spielen eine Rolle. Genauso entscheidend ist das Abschneiden eines lokalen Stars beim Großsportereignis.

Die Leistung von Adam Scott in 2013 stellt ein ideales Beispiel für Veränderungen im Rating in Australien dar. Die Spitzen im Zuschauerinteresse ziehen sich über einen langen Zeitraum und verdeutlichen das nachhaltige Interesse an dem Event.

Seit dem historischen Sieg von Y.E Yang beim PGA Championship in Südkorea ist ein wachsendes Interesse an der Sportart in Asien zu beobachten. Eine Erkenntnis, die zukünftig sicher auch von Augusta National und anderen leitenden Golforganisationen genutzt werden wird.

Als Teil des Versuchs, das Masters stärker mit der asiatischen Region zu verbinden, wurde in Zusammenarbeit mit R&A, dem Golfweltverband außerhalb der Vereinigten Staaten und Mexiko, ein Weg zur Teilnahme durch die Asia Pacific Amateur Championship ermöglicht. Die Teilnahme des 14-jährigen Chinesen Guan Tianlang am Masters 2013 ist das erste Ergebnis dieser Initiative.

Ein chinesischer Golfer, der um den Titel mitspielt, bringt dem Masters einen beachtlichen Zuschauergewinn auf diesem Markt. Als Beispiel für mögliche Auswirkungen können die Erfolge des chinesischen Tennis-Stars Li Na bei den Australian Open angeführt werden. Nachdem sie bereits 2013 das Finale erreichte, verfolgten ihren Erfolg im Jahr 2014 im Durchschnitt 16 Millionen Zuschauer auf CCTV5. Auch wenn die australische Zeitzone des Turniers die Einschaltquote sicher etwas beschönigt, ist dies ein Indikator dafür, wie wichtig China als „Neuland“ für den Golfsport sein kann.