Neuer Schwung für den Radsport in Deutschland

Köln, 7. Juli 2015 – Nicht nur die 102. Tour de France gibt Radsportinteressierten und Sponsoren in Deutschland neuen Schwung. Untersuchungen des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Repucom zeigen, dass das Interesse am Radsport hierzulande die Talsohle durchschritten hat und wieder steigt.

Während das Radsportinteresse in Deutschland von 40 Prozent im Jahr 2006 auf bis zu 19 Prozent im Jahr 2014 sank, geben in diesem Jahr 24 Prozent der Befragten an, sich für den Radsport zu interessieren.

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Stephan Schröder, Managing Director DACH bei Repucom, sagt: „Der Wiedereinstieg der ARD in die Berichterstattung zur Tour de France verleiht der Sportart wieder eine größere Medienpräsenz. Dazu kommen einheimische Spitzenfahrer wie John Degenkolb, Tony Martin oder der Sieger der zweiten Etappe, André Greipel, die um Tages- und Gesamtsiege fahren. Obwohl Sprintstar Marcel Kittel nicht für die Tour nominiert wurde, ist ein positiver Trend erkennbar.“

Stephan Schroeder | RepucomNicht nur aus Fan-, sondern auch aus Sponsorensicht wird der Radsport nach Ansicht des Repucom-Experten wieder spannender: „Das Bild eines Fahrers auf dem Siegerpodest wird weltweit in den Medien aufgegriffen. Es gibt nur wenige internationale Events, die eine ähnlich große mediale Plattform bieten.“ Für Unternehmen könnte sich ein Radsport-Sponsoring also durchaus lohnen.

„Aufgrund der derzeitigen Marktposition der Sportart sind die Preise für Engagements vergleichsweise gering“, sagt Schröder. „Diese Ausgangslage vereinfacht den Einstieg als Sponsor für ein Unternehmen, es kann durch sein Engagement viel zur positiven Imagebildung von Teams und Fahrern beitragen.“

Mit Marken wie Bora und Alpecin gehen wieder deutsche Sponsoren im Radsport voran. „Betrachtet man deren Investitionssummen in die jeweiligen Tour-Teams Bora-Argon 18 und Giant-Alpecin, bestätigt sich die leichte Tendenz durchaus“, so Schröder.

Neben den Mannschaften und Topathleten stehen die Radsportinteressierten in Deutschland selbst im Fokus der werbenden Marken. Sie haben eine positive Einstellung gegenüber Sportsponsoring und ein starkes Interesse an den Produkten der sponsernden Marken. Dazu kommt das höhere Netto-Haushaltseinkommen, verglichen mit dem Einkommen des Bevölkerungsdurchschnitts. „Zieht man den Aspekt hinzu, dass die Radsportinteressierten sich regelmäßig über alle Medienkanäle hinweg über Sport informieren, gibt es für Sponsoren ein enormes Potenzial, um ihr Engagement zu kommunizieren“, sagt der Repucom-Experte.

Betrachtet man die Häufigkeit der Social-Media-Aktivitäten, ziehen die deutschen Radsportinteressierten im Vergleich zu Gleichgesinnten in Italien, Großbritannien oder Frankreich zwar den Kürzeren. Dennoch sollten werbende Marken in Deutschland nach Meinung von Schröder auch im Radsport die sozialen Netzwerke nutzen: „Nicht nur im TV, sondern auch im Internet ist die Tour de France ein großes Thema. Radsportfans nutzen die verschiedenen Social-Media-Kanäle auffällig häufig, um sich über ihren Sport zu informieren. Inhalte wie Livestreams im Internet oder exklusives Bildmaterial mit Blick hinter die Kulissen werden diese Entwicklung stärken.“

Radsport-Interessierte in Deutschland