Wie es mit dem deutschen Fußball nach der WM weitergeht

Pascal SchulteDie WM, die ganz Deutschland in ihren Bann gezogen hat, ist vorbei. Doch nach der WM ist vor der Bundesliga. Im Interview mit dem Tagesspiegel zeigte Repucom-Experte Pascal Schulte die Perspektiven des deutschen Fußballs auf, und sprach vom Wachstum der Vereine im Ausland sowie von der Relevanz die sozialen Medien in den Kommunikationsprozess zu integrieren.

Herr Schulte, Liga-Präsident Reinhard Rauball erwartet vom WM-Titel eine „riesige Ausstrahlung“ für die Bundesliga. Womit kann die Liga rechnen?
Mit einer noch stärkeren Fußball-Euphorie, als sie es eh schon gab. Jetzt wollen zum Beispiel noch mehr Fans die WM-Stars live in den Stadien sehen. Viele weitere Effekte entwickeln sich aber nicht von jetzt auf gleich. Rauball hat vor allem die Ausstrahlung im Ausland im Blick, die Märkte außerhalb Deutschlands, wo das Fußballinteresse riesig ist, aber die Bundesliga im Vergleich zu anderen noch Aufholbedarf hat.

Im Vergleich zu wem?
Vor allem zur Premier League. Die Auslandsvermarktung der TV-Rechte aber auch die Marketingerlöse liegen bei der Premier League deutlich über dem Niveau der Bundesliga. Das kann mittelfristig anders werden. Denn durch die WM gucken die Leute stark nach Deutschland, so dass der Zeitpunkt optimal ist, die Einnahmen im Ausland zu erhöhen.

Passiert das auch?

Ja, sukzessive. Ab 2015/2016 wird die Liga die TV-Einnahmen im Ausland auf bis zu 150 Millionen Euro pro Jahr erhöhen, in der laufenden Vertragsperiode sind das lediglich 72 Millionen Euro. Mittelfristig sollen bis zu 250 Millionen Euro erlöst werden. Die Premier League liegt aktuell bei 860 Millionen Euro pro Jahr – die Engländer haben einen Vorsprung von rund zehn Jahren vor der Bundesliga.

Und mit dem WM-Titel beginnt nun der Aufholprozess?

Nein, der begann schon vor längerer Zeit. Insbesondere das Champions-League-Finale zwischen Dortmund und Bayern hat enorme Aufmerksamkeit im Ausland generiert. Wenn die Welt so ein Finale guckt, dann ist das super für die Bundesliga. Mit dem WM-Titel haben sich die Voraussetzungen für das Auslandsgeschäft noch einmal verbessert, die Vereine müssen jetzt den Weg ins Ausland gehen und dort neue Märkte erschließen.

Das vollständige Interview kann im Tagespiegel nachgelesen werden.