Goldene Vermarktungszeiten für Biathletin Laura Dahlmeier

Fünfmal Gold, einmal Silber – Laura Dahlmeier dominierte sensationell bei den diesjährigen Biathlon-Weltmeisterschaften 2017 in Hochfilzen. Der 23-Jährigen Biathletin aus Garmisch-Partenkirchen gelang es, bei jedem ihrer sechs Starts Edelmetall zu gewinnen und ihre Konkurrenz in den Schatten zu stellen. Während Dahlmeier in der Loipe allen davon eilt, hat die junge Biathletin aus Vermarktungssicht durchaus noch Potenzial.

So kommen die Bekanntheitswerte von Dahlmeier bei Weitem noch nicht an die eines prominenten Athleten wie Ski-Alpinfahrer Felix Neureuther heran. Stephan Schröder, Geschäftsführer bei Nielsen Sports, erklärt, in welchen Bereichen sich die siebenmalige Biathlonweltmeisterin Laura Dahlmeier verbessern kann:

„Für Sportler, die nicht aus dem Fußball kommen, ist es schwieriger, einen hohen Bekanntheitsgrad zu erreichen. Laura Dahlmeier ist noch am Anfang ihrer Karriere. Ich bin mir sicher, dass ihre Bekanntheitswerte nach der Weltmeisterschaft und mit konstanten Erfolgen steigen werden. Im Biathlon gibt es jedes Jahr eine Weltmeisterschaft und damit sehr viele Möglichkeiten, Erfolge zu erzielen. Die Halbwertszeit einer Medaille oder eines Titels ist damit niedriger, das erschwert es ein bisschen, in die Riege der Topstars zu gelangen.“

Damit das Vermarktungspotenzial von Laura Dahlmeier optimal ausgeschöpft wird, gibt Schröder ihrem Mangement folgende Empfehlung:

 „Ich kann nur empfehlen jetzt Gas zu geben, die Ausgangssituation ist gut. Ihre Beliebtheitswerte sind sehr gut, aber nur in einem kleinen Kreis. Laura Dahlmeier steht für Bodenständigkeit und Sport- und Naturbegeisterung. Sie sollte vor allem Sponsoren aus diesem Bereich suchen, um glaubhaft zu bleiben. Es wäre beispielsweise äußert schwierig, eine Partnerschaft mit einem Produkt oder einer Firma aus dem Luxusbereich abzuschließen.“

Den Vergleich zu anderen Wintersport-Stars zieht der Wintersport-Experte wie folgt:

 „Im Vergleich zu den monetären Einnahmen der Topleute im Wintersport, wie beispielsweise Felix Neureuther, Marcel Hirscher oder Martin Fourcade, hat Laura Dahlmeier noch Potenzial. Ich glaube aber nicht, dass sie an deren Werte oder die einer Magdalena Neuner herankommt, weil sie zu sehr eine klassische Sportlerin ist, die zumindest derzeit abseits der Loipen noch kein strahlkräftiges, werbeträchtiges Profil besitzt.“

In Deutschland ist Neureuther, der bei den vergangenen Ski-Weltmeisterschaften Bronze im Slalom gewann und seit Jahren das Aushängeschild des deutschen Skiverbandes ist, im Hinblick auf Bekanntheitswerte im Wintersport das Maß der Dinge. Nielsen-Sports-Geschäftsführer Schröder sagt:

„Felix Neureuther ist erstaunlich beliebt und bekannt, dafür, dass er noch nicht die ganzen großen Erfolge und Titel geholt hat. Allerdings ist seine Ausgangslage durch die prominenten Eltern eine ganz andere. Laura Dahlmeier ist bei null gestartet und muss sich erst über sportliche Erfolge nach oben arbeiten.“

Der vollständige Artikel erschien am 17. Februar 2017 in der Printausgabe der tz München.