Neue Energie in der Vermarktung der Formel E

Das positive Image der E-Mobilität wollen die Automobilhersteller weltweit für ihre Marke nutzen. Die E-Rennserie Formel E bietet ihnen und sponsernden Marken die ideale, weil globale Plattform: Neben namhaften Herstellern wie Mercedes-Benz, Porsche, BMW oder AUDI zieht das Event auch viele namhafte Sponsoren an. Motorsportexperte Lars Stegelmann erörtert wichtige Aspekte für ein Engagement der Formel E, denn in Sachen Vermarktung zeigt die Entwicklungskurve eindeutig nach oben. 

Lars Stegelmann, Executive Vice President Commerical beim Forschungs- und Beratungsunternehmen Nielsen Sports kennt sich hervorragend in der Vermarktung der Motorsportserie Formel E aus und analysiert für den Schweizer Tages-Anzeiger, weshalb die Formel E sich auch im Vergleich zur Formel 1 als Sponsoringplattform eignet:

„Die Formel E verlässt die Start-up-Phase. Die Rennserie hat das Potenzial, sich dauerhaft im Markt neben den bereits bestehenden Motorsportserien zu etablieren.“
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Einen direkten Wettbewerb mit der Königsklasse des Motorsports, der Formel 1, sieht Stegelmann nicht direkt. Mit Blick auf die Zielgruppen der beiden Rennserien sagt er:

„Die Formel E hatte nie das Ziel, die Formel 1 zu ersetzen.  Sie spricht eine breitere Zielgruppe an als die Formel 1: Neben dem klassischen Motorsport-Fan richtet sich die Formel E auch an Menschen, die am Thema Nachhaltigkeit interessiert sind. Dieses Thema greifen die Veranstalter mit der Ausrichtung der Rennen direkt in den Städten auf. Die Rennserie richtet sich zudem insbesondere an die digitale Generation und ferner an Technikbegeisterte.“

Die wichtigsten Einnahmen stammen laut Stegelmann vom Verkauf der Medienrechte, von Sponsoren, dem Verkauf der Tickets, Einnahmen aus Hospitality und dem Merchandising. Die Rennserie schaltet in diesen Bereichen in den zweiten Gang, nichtsdestotrotz sollten sich Sponsoren nach Meinung des Nielsen-Sports-Experten jetzt um ein Engagement bemühen. Darüber hinaus muss ein abgeschlossenes Sponsoring entsprechend aktiviert werden, um die Imagefaktoren der Rennserie für die Marke zu nutzen:

„Für Sponsoren wie ABB ist es mit dem Kauf der Sponsoringrechte allein nicht getan. Das Unternehmen muss selbst in die Aktivierung des Rechts investieren, um die definierten Ziele des Engagements zu erreichen. Das Investment lohnt sich, wenn ABB durch dieses Sponsoring nicht nur bekannter wird, sondern zusätzlich auch das positive Image der Formel E auf die Marke ABB abstrahlt.“

Herausforderungen für die Eigentümer der Rennserie sieht Stegelmann zukünftig in der Vermarktung der Medienrechte:

„Der Medienmarkt ist durch die digitalen Kanäle und das das daraus resultierende veränderte Mediennutzungsverhalten der Sportfans stark fragmentiert. Diese Situation erschwert die Vermarktung der Bildrechte.“

 

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Der Artikel erschien im Tages-Anzeiger (Veröffentlichungsdatum: 03.06.2018).